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VII/196/18, 1973,C-Print, Acrylic, Steel,
190x125cm
© Katharina Sieverding,©
Foto Klaus Mettig, VG Bild-Kunst
Kaiserring
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Pressemitteilung
Katharina Sieverding,
1944 in Prag geboren, zählt zu den herausragendsten Künstlerinnen
unserer Zeit. Ihre Karriere begann die Künstlerin am Theater, wo
sie an renommierten Häusern und an der Akademie in Düsseldorf
als Assistentin und Schülerin des Bühnenbildners Theo Otto arbeitete,
bevor sie im Jahr 1967 in die Klasse von Joseph Beuys an der Düsseldorfer
Akademie wechselte und dort als Meisterschülerin bei Beuys ihr Studium
im Jahr 1972 abschloß. Im selben Jahr bereits war sie mit einer
Filmarbeit auf der documenta vertreten, an der sie auch in den Jahren
1977 und 1982 teilnahm. Im Jahr 1997 vertrat sie zusammen mit Gerhard
Merz die Bundesrepublik Deutschland auf der Biennale in Venedig.
Seit 1997 lehrt sie als Professorin an der Universität der Künste
in Berlin.
Katharina Sieverdings
künstlerisches Werk, das sich von Beginn an sowohl in Performances,
als Body Art, wie auch in experimentellen Foto- und Filmarbeiten formulierte,
kreist um die Fragen der Identität des Subjekts im Geflecht gesell-schaftlicher
Strukturen. Ihre Arbeiten fokussieren gewissermaßen den Schnittpunkt
zwischen Gesellschaft und Individuum. Wie findet das Subjekt seinen Ort
in einer Gesellschaft, in welcher Weise wird das Individuum von den gesellschaftlichen
Konditionen geprägt?
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Mit ihren Werken legt die Künstlerin die dominierenden Konflikte unserer
Zeit frei und formuliert sie im Gestus des Widerstands. Die politische Dimension
ihres Werkes hat so bis heute nichts von ihrer virulenten Kraft eingebüßt.
Ihre kritische Reaktion auf herrschende gesellschaftliche Zustände,
die sie immer in der Sprache der Kunst formuliert, geriet mit Bildern wie
Schlachtfeld Deutschland oder Deutschland wird deutscher
gar zum Skandal.
Insbesondere
mit ihren großformatigen Fotoarbeiten hat Katharina Sieverding das
künstlerische Potential der Fotografie revolutioniert. Sie gilt als
Pionierin der Fotokunst. So heißt es in der Begründung der Jury
des Goslarer Kaiserrings: Katharina Sieverding hat wesentlich zur
Erweiterung der Fotografie beigetragen. Die sogenannte Objektivität
der Fotografie bricht die Künstlerin. Ihre Menschen-bilder verbürgen
nicht mehr Identitäten, keine anschaulichen Evidenzen, sondern Gesichter
in einem dramatischen Licht- und Schattenfluß. ... Ihre Bilder zeigen
etwas nie zuvor Gesehenes, sie sind von beunruhigender Virulenz. So erschafft
die Künstlerin eigene Bildwirklichkeiten, die als Modelle geschärfter
Wahrnehmung (Klaus Honnef) die Wirklichkeit anders erfahren lassen.
Wichtiger als das bloße Abbild sind die Mechanismen und Strukturen
der Realität.
Katharina
Sieverding wird den Kaiserring der Stadt Goslar 2004 am 9. Oktober im Rahmen
einer Sondersitzung des Rates der Stadt Goslar in der Kaiserpfalz erhalten.
In ihrer Ausstellung Visual-Studies im Mönchehaus-Museum,
die im Anschluß an die Kaiserring-Verleihung eröffnet ist, wird
die Künstlerin Werke aus den Jahren 1973-2004 zeigen. Neben einer Serie
von Portraits aus dem Jahr 1973 und neuen Arbeiten aus der Serie Visual
Studies aus diesem Jahr, zeigt Katharina Sieverding in einer großformatigen
Projektion ihre Videoarbeit Weltlinie aus dem Jahr 1999. In
einer unaufhörlichen Metamorphose der Bilder vollzieht sich im steten
In- und Gegeneinander ein Reigen von subjektivem Portrait und Bildern gesellschaftlicher
Realität. Der menschliche Körper wird in diesem kaleidoskopischen
Gewitter der Wahrnehmung gewissermaßen zur Projektionsfläche
wie zum Aktionsfeld der Erfahrung politischer Wirklichkeit.
Vom 24.Oktober
bis Februar 2005 zeigt das P.S.1/ MoMa New York in enger Zusammenarbeit
mit den KW Institute for Contemporary Art, Berlin, die Ausstellung CLOSE-UP
von Katharina Sieverding. Die Ausstellung CLOSE-UP präsentiert zum
ersten Mal in den USA einen Aspekt des Werkes von Katharina Sieverding in
einer grossangelegten Einzelausstellung und konzentriert sich auf den kinematographischen
Blick in Sieverdings Arbeit, insbesondere auf die großformatigen
Selbstportraits, die einen wichtigen Teil ihres Werks ausmachen. Ab September
2005 wird die Ausstellung in den KW Institute for Contemporary Art in Berlin
zu sehen sein.
Mönchehaus Museum für moderne Kunst Goslar
Pressetext -
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