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Reuter/Winner, Offsetlithographie
© 2005 Gerd Winner
Gerd Winner
Triduum
2006
Pressemitteilung
Zeitweise - Paarweise
Ingema Reuter und Gerd Winner - Stadt Mensch Zeit
23. Januar bis 27. Februar 2005
Unter dem Titel
Stadt Mensch Zeit stellt die Ausstellung den
Dialog zwischen dem Werk von Ingema Reuter und Gerd Winner vor. Das Bild
des Molochs Stadt, die Plätze, die Verkehrsadern und
die Himmel stürmende Architektur der Metropolen, kurz: Urbanisation
als vieldeutiger Ausdruck von Zivilisation sind das visuell wahrnehmbare,
das verbindende Motiv von
Ingema Reuter und Gerd Winner.
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Ihr
Thema ist der Mensch, der aktiv Zeit gestaltet, aber auch die Unwirtlichkeit
von Gegenwart erleidet. Diese Ambivalenz führt beide Künstler
bei durchaus verwandten technischen Vorgehensweisen zu ganz unterschiedlichen
Bildlösungen.
Ingema
Reuter zeigt den Menschen, macht ihn zum Mittelpunkt ihrer großen
Tableaus, nimmt seine Spuren auf. Wie Schatten bevölkern anonyme Figuren
Straßen, Plätze,
U-Bahnschächte. Sie sind unterwegs, und das gibt diesen faszinierenden
Bildern neben einem kritischen Blick auf die Vereinzelung in der Masse eine
wahrhaft bewegende Vision von der positiv stimmenden Gewißheit, dass
die Wege ein Ziel haben.
Ingema
Reuter wurde 1939 in Oschersleben geboren und studierte Malerei und Grafik
an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Viele Ausstellungen
zeigten ihre Arbeiten, die seit 1978 entstanden, als sie sich als freie
Künstlerin in Berlin und Liebenburg niederließ. 1985 erhielt
sie einen Lehrauftrag für Malerei an der Hochschule Hildesheim- seit
1989 Universität (Fachbereich Kulturwissenschaft und ästhetische
Kommunikation). Gemeinsam mit Gerd Winner konzipierte sie die begehbare
Skulptur Haus der Stille für Bergen Belsen. Die Übergabe
im Jahr 2000 erlebte sie nicht mehr. Ingema Reuter starb im Januar 1998.
Gerd
Winner komponiert seine Bilder mit architektonischen Strukturen zu spannungsvollen
Momentaufnahmen. Überblendungen, Farbüberlagerungen, stürzende
Linien, Wortfetzen und wechselnde Perspektiven sind nur einige der ästhetischen
Mittel, die der Künstler mit der ganzen Souveränität eines
Bild- Baumeisters einsetzt. Als visuellen Bildinhalt spart er den Menschen
aus, als immanenter Bildgehalt ist das Subjekt Mensch in gültigen Aussagen
über seine existentielle Befindlichkeit stets präsent. Die Ausstellung
enthält allerdings auch zum Teil noch nie gezeigte Arbeiten zum Thema
Passion , die den virtuosen Menschenzeichner Winner vorstellen.
Gerd
Winner, 1936 in Braunschweig geboren, hatte von 1975 bis 2001 den Lehrstuhl
für Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie für Bildende
Künste in München inne. Zahlreiche Kunstpreise, Ausstellungen
im In- und Ausland, die große Anzahl von Werken in öffentlichen
und privaten Sammlungen beziehungsweise die Einladungen, Häuser, industrielle
Betriebe oder Stadträume künstlerisch zu gestalten, belegen die
internationale Wertschätzung, die seinem Werk entgegengebracht wird.
Er lebt und arbeitet in Liebenburg.
Gisela Burkamp
Mit dieser Ausstellung endet die im vergangenen Jahr begonnene Ausstellungsreihe
Zeitweise Paarweise des Mönchehaus-Museums.
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