Stella Hamberg im Atelier
Stella Hamberg, geb. 1975 lebt und arbeitet heute in Berlin
Fotograf: Uwe Walter
Courtesy: Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin
STELLA
HAMBERG
CREATURE
Skulpturen,
Fotografien und Arbeiten auf Papier
14.
05. 2011 - 31. 07. 2011-Mönchehaus
Museum Goslar
Die monumentalen Bronzeskulpturen
von Stella Hamberg sind einer breiten Öffentlichkeit
erstmalig durch die Aufstellung aus der Serie der Berserker im Lichthof
des neu eröffneten
Albertinum in Dresden bekannt geworden.
Stella Hamberg, geb.
1975, hat ihr Studium 1998 in Dresden bei Martin Honert begonnen und
dort 2004 ihr Diplom gemacht. Sie lebt und arbeitet heute in Berlin.
Im Jahr 2000 erhielt sie den Förderpreis der Hochschule für Bildende
Künste in Dresden, 2001
gewann sie den Skulpturenwettbewerb in Dresden, 2006 folgte das renommierte
Karl-Schmidt-Rottluff-
Stipendium.
Die Ausstellung im
Mönchehaus Museum ist ihre erste museale Einzelpräsentation. Für
die
Ausstellung hat die Künstlerin ein Gesamtkonzept entwickelt, das neue Fotoarbeiten
beinhaltet.
In der Eingangshalle
des Museums steht eine Figur aus der Serie der Berserker. Als Berserker
wird
nach mittelalterlichen Quellen ein im Rausch Kämpfender bezeichnet,
der keine Wunden oder Schmerzen
mehr wahrnimmt. Stella Hamberg interessierte sich für dieses Thema, weil
Berserker für sie Legende und
Wirklichkeit zugleich sind: Es geht schließlich um den tobenden
Wahnsinn, der in uns wacht. Um die Suche
nach dem Ausnahmezustand und dem Willen, Grenzen zu sprengen
Der Begriff
Berserker birgt sowohl
dassinnlose wie funktionalisierbare Wüten, als auch die Fähigkeit,
sich für etwas aufzugeben, für etwas zu
kämpfen. (Stella Hamberg).
Die größtenteils
bewegte Oberfläche der Skulptur mit tiefen Kerben, Furchen und Schrunden
legt den
Entstehungsprozess offen. Ihr stehen einzelne, minutiös ausgearbeitete
Partien wie z. B. Hände oder
Unterarmpartien entgegen. Der in sich gekehrte, nachdenkliche Blick konterkariert
die
Überwältigungsstrategie der monumentalen Figur.
Die Berliner Bildhauerin
fertigt ihre Skulpturen ohne detaillierte Formentscheidung im offenen
Arbeitsprozess: Immer wieder suche ich gerade das Unberechenbare. Binde
Materialzufälligkeiten
ein, lasse den spontanen Duktus zu, kläre und verunkläre immer wieder,
bis das Bild seinen Mythos findet
[Ich bin] von der Idee der Alchemie fasziniert. Im Dreck wühlen, in der
Ursubstanz
, bis etwas Neues daraus
entsteht.
Diese Suche nach etwas
Neuem illustrieren ihre aktuellen Fotoarbeiten. Festgehalten ist hier der
künstlerische Schöpfungsprozess und -mythos aus einer Art Ursubstanz
(Gips), ohne Anfang und Ende.
So lautet der von Stella Hamberg gewählte Titel der Ausstellung Creature.
Die Aufnahmen entstanden mit selbstauslösender Kamera während der
Arbeit im Studio.
Die neuen Bronzearbeiten aus der Serie Ghost Light (2010) sind sehr
viel stärker in sich gekehrt als die
monumentalen Berserker. Bei allen Figuren spielt der Blick in Bezug
auf den Betrachter eine besondere
Rolle. In ihrer Wucht und kraftvollen Dynamik verkörpern Stella Hambergs
Skulpturen eine einzigartige,
weibliche Bildhauerposition.
Ausstellungseröffnung
in Anwesenheit der Künstlerin am Samstag, dem 14. Mai um 18 Uhr
Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog
im Hatje Cantz-Verlag (€ 22,-; ca. 64 S.)
und eine VFK-Jahresgabe.
Pressetext
Stella
Hamberg - creature
Die
Welt der Stella Hamberg





























