
FRAUKE
EIGEN -
PHOTOGRAPHIE
mönchehaus
museum goslar 14.
02. 2009 03. 05. 2009
(Ausstellungdauer
verlängert)
Die
Idee der Leere existiert in Japan bereits seit dem 12. Jahrhundert. Sie ist
anders
als im Westen Ausdruck höchster Erkenntnis und Vollkommenheit. In
China
und Japan wird die Idee der Leere mit der Vorstellung eines Freiseins
von
Begierden und einer von Spiritualität erfüllten Existenz verbunden.
Sie äußert
sich
auch in einer jahrhundertealten Kultur der Reduktion und des Minimalen.
Frauke
Eigen greift in ihren Photographien diese alte Tradition der Schönheit
schlichter
Formen auf. Ihre zwischen 2006 und 2009 in Tokio entstandenen
Schwarzweißaufnahmen
zeigen Strukturen und Details aus Wandoberflächen,
Fassaden,
Baumpflanzungen oder auch den faszinierenden Stoffen von Kimonos. In
klassischen
Aktdarstellungen macht die Künstlerin die sinnliche Wirkung der Haut
als
Oberflächenstruktur sichtbar. Der minimalistischen Ästhetik wohnt gleichzeitig
eine
schwer zu greifende Emotionalität inne. Licht und seine ganz speziellen
Erscheinungsformen
bilden den Leitfaden für die besonderen Blickwinkel, Orte und
Gegenstände,
die Frauke Eigen mit ihrer Kamera einfängt.
In
ihren Gestaltungsprinzipien folgt die Künstlerin in mehrfacher Hinsicht japanischen
Grundsätzen,
wie Ulrich Schneider im Katalog schreibt: So ist ihre Arbeit von einer
hochgradigen
Materialethik geprägt, die sich auf den eigenhändigen oder peinlichst
überwachten
fremden Abzug konzentriert. Die Auswahl des Photopapiers und zum
Schluss
die japanische Technik der Kaschierung mit Reisstärke verwischen die Grenze
zwischen
Handwerk und Kunst. So gelingt es, die Feinheit von Nuancen zu zeigen, die
das
Auge am Objekt entdeckt, manchmal wohl nur erahnt hat. Schon bei der Aufnahme
und
erst recht bei der Entwicklung legt die Photographin den zumeist geringen Bildaus-
schnitt
fest, und verleitet damit den Betrachter zur Bildvervollständigung. Sie tut
das wie der
japanische
Maler, dem drei Strahlen und die Leere genügen, um die Kühle eines Wasser-
falls
spüren zu lassen. Und ebenso wartet sie bei der Aufnahme, wie bei der Entwicklung
ihrer
Photographien, geduldig auf den glücklichen Moment des rechten Lichtes, der
die
Ausgewogenheit
zwischen Schwarz und Weiß auf der Bildfläche hervorruft.
Frauke
Eigen ist 1969 in Aurich geborenen.
Sie
hat am Royal College of Art in London studiert
und
ihr Studium 1996 mit dem
Master of Art beendet.
Seit
1997 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Berlin.
Zur
Ausstellung erscheint der Katalog
Frauke Eigen - Photographie
des Mönchehaus
Museums und der Langen-Foundation.
Mit einemText von Ulrich
Schneider, einem Interview
von Frauke Eigen und Michael Stoeber und einem Vorwort
von Bettina Ruhrberg.
Deutsch/Englisch, 48 Seiten, broschürt, 30,2 x 32,8 x 2,5 cm,
Preis 12,- €


FRAUKE
EIGEN -
Zôka, Silver Gelatin Print, 2008, 125 x 130 cm
Courtesy:
Galerie Volker Diehl, Berlin
PHOTOGRAPHIE
- Ausstellung im Mönchehaus Museum Goslar 2009


FRAUKE
EIGEN -
Ki, Japan 2008,
Silver Gelatin Print,
50 x 55 cm
Courtesy:
Galerie Volker Diehl, Berlin
PHOTOGRAPHIE
- Ausstellung im Mönchehaus Museum Goslar 2009


FRAUKE
EIGEN -
Funabori, Japan 2007,
Silver Gelatin Print,
125 x 130 cm
Courtesy:
Galerie Volker Diehl, Berlin
PHOTOGRAPHIE
- Ausstellung im Mönchehaus Museum Goslar 2009


FRAUKE
EIGEN -
Mune, Japan 2006,
Silver Gelatin Print,
125 x 130 cm
Courtesy:
Galerie Volker Diehl, Berlin
PHOTOGRAPHIE
- Ausstellung im Mönchehaus Museum Goslar 2009


FRAUKE
EIGEN -
Erimoto, Japan 2008,
Silver Gelatin Print,
125 x 140 cm
Courtesy:
Galerie Volker Diehl, Berlin
PHOTOGRAPHIE
- Ausstellung im Mönchehaus Museum Goslar 2009
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Ukiyo-e |


Ukiyo-e
Bilder
einer fließend-vergänglichen Welt
Japanische Farbholzschnitte
des 18. und 19. Jahrhunderts
aus der Sammlung Scharf-Gerstenberg
mönchehaus
museum goslar 14.
02. 2009 03. 05. 2009
(Ausstellungdauer
verlängert)
Parallel
zu den in Japan entstandenen Fotografien von Frauke Eigen zeigt
das
Mönchehaus Museum unter dem Ausstellungstitel Ukiyo-e Bilder
einer
fließend-vergänglichen Welt japanische Farbholzschnitte des 18.
und
19.
Jahrhunderts. Der Begriff ukiyo-e setzt sich aus den Wörtern ukiyo
(für
vergängliche Welt) und e (für Bild) zusammen. Ukiyo hat in Japan eine
ähnliche
Bedeutung wie der Vanitas-Begriff im Westen. Der Gedanke, dass
alles
vergänglich und eitel ist, lässt die Menschen im ausgehenden 17. Jahr-
hundert
in
Japan indes nicht
in Pessimismus versinken, sondern motiviert
sie
zu einem intensiveren Leben im Sinne des westlichen Carpe diem.
Die
japanischen Farbholzschnitte spiegeln die Lust am Leben. Sie zeigen den
Alltag
der Menschen. Wie sie arbeiten und Geld verdienen, aber auch wie sie
feiern,
lieben und sich amüsieren. Mit der Entwicklung des Vielfarbendruckes
um
1760 in Edo (Tokio) steigt die Nachfrage nach Holzschnitten immens. Hunderte
von
Verlegern und Künstlern, tausende von Holzschneidern und Druckern fertigen
in
jener
Zeit kooperativ Millionen von Drucken. Sie kostenetwa so viel wie heute Plakate
und
sind damit im Gegensatz zu Gemälden günstig. Motive mit Schauspielern
des
Kabuki-Theaters,
Sumo-Ringern und schönen Geishas sind besonders beliebt.
Die
Künstler des Ukiyo-e erlangen im Lauf der Zeit Weltruhm. Zu den bekanntesten
gehören
Utamaro, Hokusai und Hiroshige. Ihr flächiger und ornamentaler Stil wird
auch
für die westliche Kunstauffassung der Moderne wichtig. Die Ausstellung des
Mönchehaus
Museums zeigt hervorragende Blätter, wie z. B. Hokusais 36 Ansichten
des
Berges Fuji, die zwischen 1830 und 1836 entstehen. Das bekannteste Bild
aus
diesem
Zyklus - und wohl das berühmteste japanische Kunstwerk weltweit - ist
Die
große Welle von Kanagawa.
Pressetext
Edition


Ukiyo-e
- Ausstellung
im Mönchehaus Museum Goslar 2009
Utagawa
Toyokuni III, Kagurasaka, Farbholzschnitt, 36,6
x 24,8 cm
Aus
der Serie 100 Schönheiten und berühmte Stätten in Edo
Sammlung
Scharf-Gerstenberg


Ukiyo-e
-Ausstellung im Mönchehaus
Museum Goslar 2009
Hiroshige
(1797-1858), Der Schrein Juniso bei Kumano,
1856
Farbholzschnitt,
34,3 x 22,6 cm aus der Serie 100 Ansichten von Edo
Sammlung
Scharf-Gerstenberg


Ukiyo-e
-Ausstellung im Mönchehaus
Museum Goslar 2009
Utagawa
Kuniyoshi (1797-1864),
Bitchu, Farbholzschnitt, 37 x 24,7 cm
Aus
der Serie Kostbarkeiten des Landes und des Meeres
Sammlung
Scharf-Gerstenberg
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Die
Ausstellungen werden gefördert aus Mitteln des Landes Niedersachsen


©
2009 Mönchehaus Museum
Alle
Abb.-Frauke Eigen © Frauke Eigen, Courtesy: Galerie Volker Diehl, Berlin
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