PRESSEMITTEILUNG
Ausstellungseröffnung
am Samstag, dem 12. Mai, um 18 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin, es sprechen Dr.
Bettina Ruhrberg, Direktorin Mönchehaus-Museum für moderne Kunst Goslar
Zum Künstlergespräch,
am 02. Juni 2007 um 17 Uhr mit Birgit Antoni und Bettina Ruhrberg, laden wir Sie
herzlich ein. Der Katalog „Birgit Antoni Schleuderball” erscheint zu diesem
Termin.
Das Ornament
erlebt in der abstrakten Kunst gegenwärtig eine Renaissance. Nicht nur in der
bildenden
Kunst, auch in Design und Architektur sind Muster zurzeit Thema. Die musterhaften
und dynamischen Bilder der jungen Generation beziehen sich zwar auf Kompositionen
der klassischen Moderne, doch kreieren die heutigen Künstler – befreit von
utopischen Impulsen – einen eigenen Remix verschiedener Stilrichtungen. Die
ornamentale Brechung meldet dabei Zweifel an dem Projekt der Moderne an: „Die
einseitige Fortschritts-dynamik der Avantgarde und das Dogma der Nouveauté finden
im Ornament ihre dialektische Korrektur" (Markus Brüderlin).
Mit der Ausstellung
„Schleuderball“ von Birgit Antoni und – parallel dazu – mit der
Präsentation der Bodenarbeit von „Bubbles“ von Polly Apfelbaum,
stellt das Mönchehaus Museum Werke einer deutschen und einer ameri-kanischen
Künstlerin der gleichen Generation vor, die seit Beginn der 90er Jahre ornamentale
Formen aufweisen.
SCHLEUDERBALL –
Birgit Antoni Bilder aus den Jahren 2002 – 2007 12. 05. 07 bis 01. 07. 07
In den 80er Jahren
wurde Birgit Antoni (1956 in Köln geboren) zunächst mit Animationsfilmen
bekannt. Seit Anfang der 90er Jahre widmet sie sich ausschließlich der Malerei.
Grundelemente der Bilder von Birgit Antoni sind Kreise und deren Überschneidungen.
Aus den Schnittflächen
der von Hand gezogenen Kreise ergeben sich vielfach konkav oder konvex gewölbte
Formen. Sie überziehen die Leinwand mit einer sich nach allen Seiten ausbreitenden
ornamentalen Struktur.
Birgit Antoni arbeitet streng in Bildserien, in denen sie die Möglichkeiten verschiedener Formprinzipien durch-spielt. Dennoch handelt es sich niemals um im Vorhinein kalkulierte geometrische Muster. Vielmehr lässt sich die Künstlerin mit jedem Bild neu auf das Abenteuer des Malens ein, bei dem am Anfang – trotz dem vorgefassten Grundgedanken – das Ergebnis nie feststeht. Ihre Bilder leben aus der Spannung zwischen konzeptueller Ordnung und handschriftlicher Abweichung.
Die in mehreren
Schichten aufgebaute Farbigkeit schafft komplexe, ornamentale Bildräume von großer
Dynamik und einer faszinierenden plastischen Wirkung. Die schönen Malkurven und
das vibrierende Zusammenwirken verschiedener Ebenen erzeugen ein subtiles Spiel
räumlicher Schwingungen. Die große Faszination der Bilder von Birgit Antoni liegt
in der Variation der verschieden großen Kreisanordnungen und –überlagerungen.
Gerade daraus ergeben sich irritierende Wechseleffekte zwischen Positiv und
Negativ, Form und Zwischenraum, Figur und Grund. Das Auge springt von Farbfeld zu
Farbfeld - sowohl in der Fläche als auch im Vor und Zurück der elastisch bewegten,
tiefenwirksamen Raumdimension des Bildes.
Die Ausstellung im
Mönchehaus umfasst ca. 40 Gemälde aus den Jahren 2002 bis 2007. Vier große Gemälde
sind speziell für Goslar entstanden, ebenso wie die Neubearbeitung eines
Trickfilms von 1990 unter dem Titel „Optic Remix“ (1990/2007), der in einer
Großbildprojektion in einem gesonderten Ausstellungsraum gezeigt wird.
Zur Ausstellung
erscheint ein Katalog
(60 S.) mit einem Text von Pia Müller-Tamm. Er enthält zahlreiche Farbabbildungen
und kostet EUR 15,–. Als Jahresgaben erscheinen zwei Editionen.
(siehe auch: www.birgitantoni.de)
BUBBLES – Bodenarbeit von Polly Apfelbaum 12. 05. 07 bis 01. 07. 07
Parallel zu den
Arbeiten von Birgit Antoni zeigt das Mönchehaus in einem separaten
Ausstellungsteil die großformatige Bodenarbeit „Bubbles“ (ca. 4m Durchmesser) aus
dem Jahre 2000 von Polly Apfelbaum.
Die Bodenarbeiten der
New Yorker Künstlerin (geb. 1955 in Abbington, PA) sind in den letzten Jahren zu
ihrem Markenzeichen geworden. Polly Apfelbaum schneidet hunderte kleine, organisch
anmutende Formen aus Stretchsamt, tränkt sie mit Stofffarbe und ordnet sie nach
einem genauen System in Farbwellen auf dem Boden an. Intensive Farbgebung und
kreisförmige Anordnung erzeugen schwindelerregende, psychedelische Muster. Polly
Apfelbaum spielt mit Formen und Farben, die man mit Weiblichkeit, Weichheit,
Schönheit, Reinheit, Unschuld, gleichzeitig mit Unendlichkeit assoziiert. Sie hat
keine Angst vor der Schönheit der Form und der Leuchtkraft der Farbe. „I wanted
the work to be… as sexy and hallucinogenic as possible“ lautet ein viel zitierter
Ausspruch der Künstlerin.
Ihr Werk lässt eine
Vielfalt an Interpretationen zwischen Hoch- und Populärkultur zu. Anklänge an die
amerikanische Farbfeldmalerei oder den abstrakten Expressionismus, an Minimal Art
oder Matisse’ Scherenschnitte sind ebenso evident, wie solche an feministische
Kunst oder das Kunsthandwerk. Typisch für ihre Arbeit ist deren unorthodoxe
Aneignung, Umformung und Neuschreibung. Die Werktitel entstammen oft Popsongs,
deren emotionale, intuitive Komponente die Künstlerin interessiert. Polly
Apfelbaum möchte einer rein intellektuellen eine farbige, eine sinnlich-betörende
Kunst entgegensetzen.
Zu dieser Präsentation im Mönchehaus Museum erscheint ein Faltblatt.
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