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Ausstellung, 09. Mai — 12. Juni 2009 

Palais des Mirages – Werke aus der Sammlung FER COLLECTION

  • Diese Veranstaltung ist bereits vorbei.

Carl Andre, Giovanni Anselmo, John Armleder, Alighiero Boetti, Hanne Darboven, Rineke Dijkstra, Luciano Fabro, Hans-Peter Feldmann, Dan Flavin, Sylvie Fleury, Keith Haring, Isabell Heimerdinger, Jannis Kounellis, Joseph Kosuth, Sol Lewitt, Mathieu Mercier, Mario Merz, Giulio Paolini, Peter Roehr, Salvo (Salvatore Mangione), Rob Scholte, Elaine Sturtevant, Jean Tinguely, Luca Trevisani

 

Hinter den drei Großbuchstaben der SAMMLUNG FER COLLECTION verbergen sich der Vor- und Zuname des süddeutschen Unternehmers Friedrich Erwin Rentschler. Als Sammler ist er ein Überzeugungstäter, der schon in jungen Jahren angefangen hat, Kunstwerke zu erwerben, weil er das schöpferische Potenzial der Kunst schätzt. Als der Vater ihn zum bestandenen Abitur mit einem Geschenk eigener Wahl belohnen will, schwankt der junge Rentschler zwischen dem Wunsch nach einer gotischen Barbara und der Lust auf ein Motorrad. Er entscheidet sich für die Heiligenfigur, was den Vater freut, der das für eine „vernünftige“ Wahl hält. Für Rentschler aber ist diese Entscheidung viel mehr. Sie wird zur unumkehrbaren Initiation in eine bis heute andauernde Sammlerkarriere.

Kunst ist für den promovierten Pharmazeuten und Laupheimer Pharma-Unternehmer nicht schöne Dekoration, sondern eine Einladung zu einem ihn fordernden Dialog. In der Kommunikation mit der von ihm gesammelten Kunst trainiert er Geist und Gefühl. Sie schließt ihm gleichermaßen Kopf, Herz und Seele auf. So entwickelte der junge Unternehmer auch sehr bald den Mut, Neues zu sammeln. Kunst, die nicht schon durch die Geschichte abgesegnet ist, sondern in den Medien und der Kritik noch kontrovers verhandelt wird. Ein Beispiel: Als viele den „Date Paintings“ von On Kawara ziemlich ratlos gegenüber stehen, ist Rentschler fasziniert von der Lakonie, mit der sie das große Thema der vergehenden Zeit verhandeln, und kauft sie zu einem Preis, der einen Bruchteil ihres heutigen Wertes ausmacht.

So sind die in den sechziger Jahren entstehenden Kunstrichtungen der Minimal und der Concept Art in der SAMMLUNG FER COLLECTION in hervorragender und prominenter Weise vertreten. In ihr finden wir Werke der amerikanischen Künstler Carl Andre, Sol LeWitt, Josef Kosuth und Dan Flavin. Methodisch und analytisch stellen sie den traditionellen Kunstbegriff in Frage und streben nichts weniger an als eine normative Ästhetik mit ultimativen ästhetischen Formen und Formeln. Aber auch an der zur selben Zeit in Italien entstehenden Arte Povera findet der Sammler Gefallen, die mit „armen“, alltäglichen Materialien mythische Bilder und Installationen schafft. Mit Giovanni Anselmo, Luciano Fabro, Jannis Kounellis, Giulio Paolino und Mario Merz, Kaiserringträger 1989, vereint Rentschler einmal mehr Großmeister dieser Kunstrichtung in seiner Sammlung.

Auch in den folgenden Jahrzehnten beweist der Sammler ein gutes Gespür für künstlerische Qualität. Sei es nun, dass er weiter Werke der von ihm favorisierten Künstler kauft, deren Kreis er um Hanne Darboven, Alighiero Boetti und Hans-Peter Feldmann erweitert. Oder dass er sich auf Künstler wie Elaine Sturtevant, Sylvie Fleury und John Armleder konzentriert, die das Verhältnis von Kunst und Ware kritisch reflektieren. Aber natürlich geht es, wie es in der Kunst nicht anders sein kann, immer auch um die singuläre Persönlichkeit jenseits von jeder Gruppenbildung. Und da finden wir in der SAMMLUNG FER COLLECTION gleichfalls ein breites Spektrum großartiger Künstler von Jean Tinguely über Keith Haring bis hin zu Rineke Dijkstra.

Für das Mönchehaus Museum Goslar ist es eine Freude und Ehre, seinen Besuchern Glanzstücke aus dieser hervorragenden Sammlung zeigen zu dürfen.

Es erscheint ein Katalog, 64 Seiten, mit zahlreichen Farbabbildungen.


Bildergalerie


Vernissage


Installationsansichten

Fotos: Bernhard Heinze, Weddingen


© Bilder-SAMMLUNG FER COLLECTION
© 2014 Mönchehaus Museum